Herault part 2 / 20.6.18-24.6.18

Da ich es nicht lassen konnte, nach meinem ersten gescheiterten Versuch im Herault, habe ich die Wettervorhersagen ganz genau studiert und Klimatabellen im Netz heruntergeladen. Der ursprüngliche Plan im Oktober/November über Allerheilligen nochmals ins Herault zu fahren habe ich ganz schnell verworfen. Denn: Der Monat November hat die höchste Niederschlagsmenge vom ganzen Jahr und das kenne ich ja bereits L. Ein Blick auf meine Agenda und die Situation an der Arbeit hat sehr schnell ergeben dass ich am Mittwoch 20.6.18 losfahre und bis Sonntag im Herault bleiben werde. Die Wetterprognosen waren Hervorragend. Nur Sonne und in der Nacht nicht zu kalt.

Dieses Mal hat alles wie am Schnürchen geklappt. Nach einer problemlosen Fahrt bin ich angekommen und habe das Camp wieder beim Spukhaus aufgestellt. Ausrüstung für Donnerstag zusammengestellt so dass ich am Morgen nicht zu viel Zeit verliere. Anschliessend Abendessen vom Grill und etwas Bier.

Donnerstag 21.6.18, Am Morgen nach einem reichhaltigen Frühstück gleich los zur Seilbahn um das Zugseil einzurichten. Danach Rebreather, Bailoutflaschen und restliche Ausrüstung mit der Bahn zum Quelltopf hinunter gelassen. Das heisste für mich dass ich dreimal runter zur „Talstation“ gehen musste um die Ausrüstung abzuhängen und zweimal hoch um eine neue Fuhre anzuhängen. Als dann alles unten war, ging es endlich los mit dem ersten Tauchgang in der Gourneyras. Überwältigt von den Dimensionen  und dem schönen hellen Fels bin ich dann nach etwa 85min wieder im Topf aufgetaucht. Einen Teil der Bailoutflaschen habe ich gleich in der Höhle gelassen da ich am nächsten Tag einen zweiten Tauchgang mit Scooter geplant habe. Die restliche Ausrüstung habe ich mit dem Jumar wieder hochgezogen. Müde im Camp angekommen bin ich dann nach der Reinigung des Rebreathers mit dem Auto hoch zur Stelle gefahren wo es connection gab um meinen Schatz anzurufen. So dass sie weiss das alles in Ordnung ist. Dann erhielt ich die Nachricht dass mein Amigo Bernie am Freitag spontan zu mir stossen wird. Das freute mich wirklich sehr, so alleine im Wald besonders während der Nacht ist wirklich eine sehr spezielle Erfahrung. Danach leckeres Abendessen mit Wohlverdientem Bier. Dann folgte der Schlaf der Gerechten.

Freitag 22.6.18, Von Vogelgezwitscher geweckt (herrlich). Morgenessen, Ausrüstung bereitstellen und ab zur Seilbahn. Während dem Hinunterlassen von Rebreather, Bailout und Scooter wurde ich immer wieder von Wanderern ausgefragt was ich da genau mache. Eine Wanderin hat gesagt ich sei ein „Fou“ zuerst habe ich gedacht das heisst Fuchs und hatte Freude daran. Laut Gooogle translation bedeutet es scheinbar Verrückter. Naja, ein kleines bisschen verrückt sind wir doch alle. Dann endlich Ausrüsten und abtauchen. Die Höhle ist wirklich riesig und perfekt um mit den „Töffli“ rein- und rauszuscootern. Die Leine ist bis etwa 130m vom Eingang entfernt gut in Schuss aber danach werden daraus mehrere Leinen wovon nur eine Durchgehend ist. Man muss sich schon etwas achten dass man die Richtige nicht  aus den Augen verliert. Bei einer mittleren Tiefe von 55m und ca. 550m Penetration habe ich dann gewendet da sich schon einiges an Dekompressionszeit angesammelt hat. Nach 90 min habe ich dann das Tageslicht wieder erblickt und bin aus dem Topf gestiegen. Während dem zusammenräumen hörte ich plötzlich ein Rufen von oben. Bernie ist eingetroffen. Was für ein Ereignis nach drei Tagen und zwei Nächten alleine. Nach einer freudigen Begrüssung sind wir dann erst einmal die Gourneyrou suchen gegangen. Diese haben wir auch ziemlich schnell gefunden. So wie es ausgesehen hat war sie wirklich Schnapsklar. Ich überliess die Entscheidung dem neueingetroffenen Gast in welcher Höhle wir am nächsten Tag tauchen werden. Nach längerem hin und her hat sich Bernie für die Gourneyras entschieden. Anschliessend haben wir alles Material ausser den Bailoutflaschen hochgezogen (geht natürlich um einiges schneller zu zweit) und haben uns im Camp erst mal einen Begrüssungstrunk genehmigt. Nach dem täglichen Anruf zu Hause gab es anschliessend Abendessen.

Samstag 23.6.18, früh aufstehen, Morgenessen und los. Das Material war ohne das ständige hoch- und runtergehen ziemlich schnell unten am Quelltopf. Dann sind wir abgetaucht. Die Sichtweite hatte sich sogar noch etwas verbessert und mit einem Tauchpartner der eine wahnsinnig helle Lampe dabei hat, kommt die Höhle noch viel mehr zur Geltung. Wir haben etwa bei 450m gewendet. Nach 80min Tauch- und Dekompressionszeit sind wir bei schönstem Wetter wieder aus dem Quelltopf gestiegen. Das Material haben wir wieder mit der Seilbahn hochtransportiert was bedeutet etwa 70m Seillänge und schätzungsweise 70 Höhenmeter. Es geht zwar zu zweit schneller mit dem an- und abhängen der Ausrüstung es ist aber auch doppelt so viel. Ziemlich spät und müde am Camp angekommen bemerkten wir dass irgend so ein Spaten ein paar Heringschnüre von meinem Tarpazelt gelöst und total verknotet hat. Jemand hat mal gesagt: Egal wo du bist es ist immer ein Volldepp in der Nähe. Das stimmt scheinbar und davor ist man nicht einmal tief im Wald sicher. Nachdem wir etwa eine dreiviertel Stunde die Knoten gelöst und die Heringe neu gesetzt hatten (der Blitz soll ihm in die Eier einschlagen) haben wir uns erst mal ein Feierabendbier gegönnt. Alles was nicht mehr gebraucht wurde haben wir dann bereits in die Autos und Anhänger geladen so dass wir am nächsten morgen möglichst früh losfahren konnten. Als dies erledigt war, wurde Grilliert. Dazu gab es eine schöne Flasche Amarone die Bernie mitgenommen hat. Mit dem Weinglas in der Hand zogen wir uns dann das Goprofilmchen vom Tauchgang rein. Einen Oscar gibt es ganz sicher nicht, aber vielleicht kann ich bei Gelegenheit ein paar Sequenzen zusammenschneiden.

Sonntag 24.6.18, Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei. Alles zusammenräumen Platz „Fötzelen“ so wie schon bei der Ankunft und Abfahrt nach Hause.

Fazit: Ich komme ganz sicher nächstes Jahr wieder für ein paar Tage. Wenn das Wetter stimmt ist das Tal der Vis eine kleine Sensation.